"Das selbstfahrende Auto: Chancen und Risiken für den ÖPNV und die Stadtgesellschaft"

Troisdorf. Am 28.01.2016 lud das interdisziplinäre "Netzwerk intelligente Mobilität e.V." (NiMo) zur bundesweit ersten Fachveranstaltung mit dem Thema "Das selbstfahrende Auto: Chancen und Risiken für den ÖPNV und die Stadtgesellschaft" ein. Hochkarätige Referenten aus dem Bereich der Kommunalverwaltungen, Stadtwerke, Verkehrsbetriebe und -verbünde sowie Mobilitäts- und Strategieberatung beleuchteten den 45 Teilnehmern -  allesamt Fachleute aus den verschiedensten Bereichen der Mobilität - das Thema aus den unterschiedlichen Blickwinkeln.
Den Teilnehmern wurde spätestens im Laufe der Veranstaltung bewusst, wie hoch die Relevanz dieses in der breiten Masse noch gar nicht angekommenen Themas ist. Herr Dr. Till Ackermann vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV): „Es gilt der Politik auf allen Ebenen zu vermitteln, dass das autonome Fahren ein strategisch wichtiges Thema für den öffentlichen Verkehr ist – der NIMO-Veranstaltung gebührt die Ehre, diese Zukunftsfrage als erste im Titel aufgeworfen zu haben.“ Das selbstfahrende Auto stellt das Gefüge der verschiedenen Verkehrsträger in Frage. Herr Prof. Rolfes, Vorstand der Stadtwerke Osnabrück, die sich bereits stark vom Verkehrs- zum Mobilitätsanbieter wandeln, sagt: "Nur wenn der ÖPNV sich verändert und die neuen technischen Möglichkeiten nutzt, wird er weiterhin eine Rolle spielen. Verändert er sich nicht, wird die schnelle und dynamische Entwicklung des autonomen Fahrens den ÖPNV abhängen." Herr Volkhard Malik, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar argumentiert ganz ähnlich: "Das selbstfahrende Auto wird kommen, der ÖPNV insbesondere im ländlichen Raum muss darauf vorbereitet sein und die Chance, die in dieser Technik liegen, nutzen. Die Tagung lieferte dazu wertvolle Hinweise und brachte gute Erkenntnisse."
Herr Hagenkötter, stellvertretender Bundesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) stellt die Bedeutung eines zeitnahen Handels für die Entwicklung des zukünftigen Verkehrs heraus: „Spätestens nach dieser Veranstaltung sollte allen Verkehrsexperten und Planern klar sein, dass jetzt die Weichen gestellt werden müssen, ob die selbstfahrenden Fahrzeuge (es werden ja nicht nur Autos im derzeitigen Sinne sein) als Individualverkehrsmittel sein werden oder Teil des ÖPNV oder von Mobilitätsketten großer Anbieter. Im ersten Fall wird es mehr Fahrzeuge geben. Im anderen Fall besteht die Chance, die Anzahl der Autos mindestens zu halbieren und den öffentlichen Raum wieder mehr den Fußgängern und Radfahrern zu widmen und die Lebensqualität der Städte zu steigern“.
Diese NiMo-Veranstaltung stellt den Auftakt für eine Veranstaltungsreihe dar, in der nicht die technischen und juristischen Aspekte im Vordergrund stehen, sondern als gegeben vorausgesetzt werden. Auch zukünftig wird es um die Veränderungen für Gesellschaft und Mobilität gehen, die durch das neue  Verkehrsmittel entstehen, um die Chancen zu nutzen und die Risiken zu vermeiden.
Am Ende der Veranstaltung waren sich die Teilnehmer weitestgehend einig, dass die Veränderungen durchgreifend und rasch kommen. Die beiden Mobilitätsberatungsunternehmen EcoLibro und Mobilité führten eine Befragung der Teilnehmer durch. 79% der Befragten erwarten das vollautonome Fahrzeug zwischen 2020 und 2025, sogar 88% gehen davon aus, dass es dann auf eine hohe oder sehr hohe Akzeptanz stoßen wird. Dreiviertel der Befragten erwarten, dass die selbstfahrenden Fahrzeuge insbesondere als öffentliche, flexible Leihangebote nachgefragt werden.
NiMo hat zum Thema "autonomes Fahren" einen eigenen, hochkarätig besetzten Arbeitskreis ins Leben gerufen, mit Mitgliedern aus den unterschiedlichsten Mobilitätssegmenten, welcher sich dauerhaft der neuen Technologie, den damit verbundenen Veränderungen in Gesellschaft und Mobilität sowie den daraus erwachsenen Chancen für alte und  neue Geschäftsmodelle widmet.
 
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